Warum Sie dieser Zahl trauen können
Drei Dinge, die die meisten Fehltage-Rechner falsch machen.
Eine Zahl, die Ihre Steuerberatung zerlegt, hilft Ihnen nicht. Deshalb steht hier, woher jeder Wert kommt – und wo andere Rechner zu großzügig sind.
01Kalendertage sind keine Arbeitstage
Der übliche Fehler
Die Krankenkasse zählt Kalendertage – Wochenenden inklusive. Wer diese Zahl mit einem Tagessatz multipliziert, der aus 220 Arbeitstagen entsteht, rechnet sich rund 30 Prozent zu reich.
So wird hier gerechnet
Kalendertage werden mit 250 ÷ 365 in Arbeitstage umgerechnet. Deshalb gibt es oben den Umschalter – und deshalb fällt das Ergebnis, wenn Sie auf Kalendertage stellen.
02Lohnkosten und Wertschöpfung darf man nicht addieren
Der übliche Fehler
Beliebt ist „Lohn plus entgangene Wertschöpfung“. Das zählt die Löhne zweimal, denn sie sind Teil der Wertschöpfung. Andere setzen stattdessen einen frei gewählten Aufschlag wie Faktor 1,5 – ohne Quelle.
So wird hier gerechnet
Angesetzt wird nur die Wertschöpfung je Arbeitstag: Lohnkosten × 1,727. Der Faktor steht so in der Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz – 91.000 € Bruttowertschöpfung zu 52.700 € Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer.
03Wirkung wird versprochen, statt den Break-even zu zeigen
Der übliche Fehler
„Mit einer bKV sparen Sie 1,5 bis 2,5 Krankheitstage“ – solche Sätze stehen auf vielen Seiten. Sie stammen aus Selbstauswertungen ohne Vergleichsgruppe und sind nicht belegbar.
So wird hier gerechnet
Hier steht kein Versprechen, sondern eine Schwelle: So klein muss der Effekt sein, damit die bKV bezahlt ist. Ob er eintritt, entscheidet Ihr Betrieb – nicht meine Präsentation.
Und einen Punkt übersehen fast alle
45,7 %aller Fehltage entstehen aus nur 3,6 Prozent der Krankschreibungen – den Fällen, die länger als sechs Wochen dauern.
Ihr Krankenstand wird nicht von Erkältungen gemacht, sondern von wenigen langen Fällen. Bei psychischen Erkrankungen dauert ein Fall im Schnitt 41 Tage – rund 28 Arbeitstage, die den Betrieb bei 513 € Wertschöpfung etwa 14.400 € kosten. Genau dort wirkt eine bKV: nicht über die Brille, sondern über Zeit – schneller zum Facharzt, schneller zur Diagnose, früher wieder da.
Warum Facharzttermine ab 2027 knapper werdenBAuA, „Arbeitswelt im Wandel“ 2025 (Berichtsjahr 2023): 886,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage, 128 Mrd. € Produktionsausfall, 221 Mrd. € Ausfall an Bruttowertschöpfung. TK-Gesundheitsreport 2026 (Daten 2025): Krankenstand 5,08 %, 18,5 Fehltage je Erwerbsperson, 10,5 Tage je Fall, 3,6 % der Fälle mit mehr als 42 Tagen verursachen 45,7 % aller Fehltage; psychische Störungen 41 Tage je Fall. Destatis 2025: mittlerer Bruttojahresverdienst Vollzeit 54.066 €.